punktlandung 2012.1

Auf richtigem Kurs?

SchülerInnen müssen Bescheid wissen über die wirtschaftlichen Zusammenhänge in ihrer Umwelt – erst recht in Zeiten der Krise. Wer würde da widersprechen? Strittig bleibt im Diskurs über ökonomische Bildung jedoch die Frage nach dem „Wie“.

Wo Politik und Gewerkschaften sich zunächst zögerlich verhielten, entfaltet sich der enorme Einfluss von Wirtschaftsverbänden und -lobbyisten. Das konservativ-wirtschaftsliberale Netz aus Großunternehmen, Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden sowie ihnen nahestehenden Stiftungen und Forschungseinrichtungen ist mächtig: Angefangen von einseitigen Unterrichtsmaterialien bis hin zur Kampagne für ein eigenständiges Schulfach Wirtschaft durchdringt es den Diskurs auf sämtlichen Ebenen. Das belegt der Bielefelder Soziologie Reinhold Hedtke in seinem Working Paper „Die Wirtschaft in der Schule – Agendasetting, Akteure, Aktivitäten“, das im Januar 2012 veröffentlicht wurde. Was lässt sich dem bildungspolitischen Autonomieanspruch der kapitalistischen Marktwirtschaft entgegensetzen? Wie kann eine ökonomische Bildung aussehen, die nicht allein Volkswirtschaftslehre verpflichtet ist.

 

Ökonomische Bildung im Schatten der Krise

Die Krise der Wirtschafts- und Finanzmärkte ist allgegenwärtig. Darf man da überhaupt laut mehr Ökonomie in den Schulen fordern? Jetzt erst recht, meint der Politikwissenschaftler Tim Engartner. Er erklärt, warum (und vor allem: auf welche Weise!) ökonomische Bildung auch in Krisenzeiten wichtig ist.

 

Wie viel Wirtschaft verträgt Schule?

Wenn Schule auf das Leben vorbereiten soll, muss sie auch wirtschaftliche Zusammenhänge in den Blick nehmen. Aber welche Inhalte verbergen sich hinter der geforderten ökonomischen Bildung? Wer kann sie am besten vermitteln? Die Antworten darauf sind eine Frage des Standpunktes. Wir haben drei Experten gefragt: Marion Hüchtermann vom Institut der deutschen Wirtschaft, Jeanette Klauza von der gewerkschaftlichen Initiative Schule und Arbeitswelt und den Soziologen Reinhold Hedtke.

 

Versuch macht klug

Braucht es ein eigenständiges Fach Wirtschaft, um ökonomische Bildung zu vermitteln? In NRW läuft seit dem Schuljahr 2010/2011 der Modellversuch Wirtschaft an Realschulen. Wie ist der Zwischenstand nach zwei Jahren? Die Realschullehrerin Hannelie Khodaverdi-Weinand ist Expertin für dieses Fach und außerdem Mitglied im Beirat des Schulministerium, der den Modellversuch kritisch begleitet. Im Interview berichtet sie von ihren Erfahrungen.

 

Ökonomische Bildung – aber wie?

Eigenes Unterrichtsfach hin oder her – in der Debatte um Wirtschaft in der Schule prallen zwei grundverschiedene Leitbilder ökonomischer Bildung aufeinander. Der Politikwissenschaftler Dirk Lange und der Erziehungswissenschaftler Jürgen Menthe plädieren für eine sozioökonomische Bildung und liefern handfeste Tipps für deren didaktische Umsetzung.

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